Filmtipp: „Die Frau mit den 5 Elefanten“
Januar 29
Die 5 Elefanten- so werden die 5 großen Romane (unter anderem „Die Brüder Karamasov“) des russischen Schriftsteller Fjodor Dostojewski genannt. Dass diese auch in deutscher Sprache erhältlich sind, verdanken wir der inzwischen 85-jährigen Übersetzerin Svetlana Geier, mit deren beachtlichen Lebenswerk sich der Regisseur Vadim Jendreyko auseinandergesetzt hat.
In einem eindrucksvollen Dokumentarfilm, der übrigens derzeit in deutschen Kinos startet, berichtet Jendreyko vom Leben der 1923 in Kiew geborenen Ukrainerin, die bereits während der Besatzungszeit als Dolmetscherin arbeitete. 1957 immigrierte sie zusammen mit ihrer Mutter (der Vater starb bereits in einer Folterhaft unter dem Stalin Regime) nach Deutschland und arbeitet seit 1957 als Übersetzerin und Dozentin. Das Übersetzen ist allerdings nicht bloße Arbeit, sondern vielmehr eine Lebensaufgabe für Svetlana Geier. Dostojewskis Werke nehmen dabei einen besonderen Stellenwert ein: sie transferiert die russischen Worte nicht einfach ins Deutsche, sie lebt die Geschichten, die sie übersetzt; fährt an Schauplätze, liest Manuskripte über Dostojewski, lernt ganze Werke komplett auswendig. Ihre Arbeit unterbricht sie zwischenzeitlich nur, um sich um ihren pflegebedürftigen Sohn Johannes zu kümmern, der sich lebensgefährlich bei einem Arbeitsunfall verletzte.
Der Film „Die Frau mit den 5 Elefanten“ erzählt nicht nur von der Geschichte einer grandiosen Übersetzerin und starken Frau, die zahlreichen Schicksalsschlägen mit Kampfgeist und Durchhaltevermögen trotzte, sondern schildert auch auf sensible Art und Weise die Lebensumstände unter dem Stalinismus und dem Nationalsozialismus die einen Großteil des Lebens der Svetlana Geiger geprägt haben. Ein sehenswerter Film, nicht nur für Literaturliebhaber!
(Bildquelle: pedrosimoes)
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