Addo Elephant Park

März 12

Bald startet sie: die WM in  Südafrika. Wer Karten hat und hinfährt sollte in jedem Fall ein paar Ausflüge jenseits des Fußballstadion machen. Einer könnte beispilesweise in den Addo Elephant Park, nahe bei Port Elizabeth gehen. Hier sind neben 350 Elefanten auch die anderen Vertreter der Big five, nämlich Nashorn, Büffel, Leopard und Löwe, vertreten. Wer diese einmal von Angesicht zu Angesicht zu Gesicht bekommen möchte, kann entweder alleine sein Glück versuchen, besser aber noch an einer der geführten Safaris durch den Park teilnehmen. Die besonders Mutigen haben sogar die Möglichkeit, den Park reitend zu erkunden. Dabei werden Touren für erfahrene Reiter und Anfänger angeboten.

Elefantenkuh und Junges im Addo Elephant National Park

Elefantenkuh und Junges im Addo Elephant National Park

Das Landschaftsbild im Park wird dominiert von dornigen Büschen und Speckbäumen, auch als Elefantensträucher, bekannt. Wie der Name vermuten lässt sind die fleischigen Blätter der Pflanze Hauptnahrungsmittel für die grauen Dickhäuter. Wer den Park besucht, kann dies im Winter sowie im Sommer tun, das Landschaftsbild variiert allerdings stark von Jahreszeit zu Jahreszeit. Blüht im Winter und Frühjahr nach Regenfällen alles grün auf, trocknet die Landschaft im Sommer vollkommen ein und Dürre und Hitze machen sich breit.

Eine wichtige Info: das gesamte Gebiet ist malariafrei! Besucher sollten lediglich gegen die in Europa üblichen Erkrankungen wie Polio, Tetanus und Hepatitis geimpft sein.

(Bildquelle: exfordy)

Filmtipp: „Die Frau mit den 5 Elefanten“

Januar 29

Die 5 Elefanten- so werden die 5 großen Romane (unter anderem „Die Brüder Karamasov“) des russischen Schriftsteller Fjodor Dostojewski genannt. Dass diese auch in deutscher Sprache erhältlich sind, verdanken wir der inzwischen 85-jährigen Übersetzerin Svetlana Geier, mit deren beachtlichen Lebenswerk sich der Regisseur Vadim Jendreyko auseinandergesetzt hat.

In einem eindrucksvollen Dokumentarfilm, der übrigens derzeit in deutschen Kinos startet, berichtet Jendreyko vom Leben der 1923 in Kiew geborenen Ukrainerin, die bereits während der Besatzungszeit als Dolmetscherin arbeitete. 1957 immigrierte sie zusammen mit ihrer Mutter (der Vater starb bereits in einer Folterhaft unter dem Stalin Regime) nach Deutschland und arbeitet seit 1957 als Übersetzerin und Dozentin. Das Übersetzen ist allerdings nicht bloße Arbeit, sondern vielmehr eine Lebensaufgabe für Svetlana Geier. Dostojewskis Werke nehmen dabei einen besonderen Stellenwert ein: sie transferiert die russischen Worte nicht einfach ins Deutsche, sie lebt die Geschichten, die sie übersetzt; fährt an Schauplätze, liest Manuskripte über Dostojewski, lernt ganze Werke komplett auswendig. Ihre Arbeit unterbricht sie zwischenzeitlich nur, um sich um ihren pflegebedürftigen Sohn Johannes zu kümmern, der sich lebensgefährlich bei einem Arbeitsunfall verletzte.

Der Film „Die Frau mit den 5 Elefanten“ erzählt nicht nur von der Geschichte einer grandiosen Übersetzerin und starken Frau, die zahlreichen Schicksalsschlägen mit Kampfgeist und Durchhaltevermögen trotzte, sondern schildert auch auf sensible Art und Weise die Lebensumstände unter dem Stalinismus und dem Nationalsozialismus die einen Großteil des Lebens der Svetlana Geiger geprägt haben. Ein sehenswerter Film, nicht nur für Literaturliebhaber!

(Bildquelle: pedrosimoes)

Keine Elefanten mehr in indischen Zoos

November 25

Daumen hoch für Indien: Das Land macht sich jetzt als Vorreiter in Sachen Artenschutz und tiergerechte Haltung einen Namen.  Die zentrale Zoobehörde Indiens  (CZA) beschloss, dass das nationale Symboltier Indiens, der Elefant, nicht länger in Zoos und Zirkussen gehalten werden dürfe.

Elefanten in freier Wildbahn

Elefanten in freier Wildbahn

Erfolg nach jahrelanger Kampagnearbeit

Diskussionen um Artenschutz von Elefanten sind in Indien kein neues Thema. Bereits mehrere Jahre kämpft die Tierschutzorganisation PETA India gegen tierunwürdige Bedingungen bei der Elefantenhaltung, wie viel zu enge Gehege und harte Betonböden. Nach mehrmaligen, hartnäckigen Beschwerden reagierte die Zoobehörde nun und soll dafür von der PETA mit dem „Animal Rights Leadership Award“ 2009 ausgezeichnet werden. Die PETA ist mit über 2 Millionen Unterstützern die weltweit größte Tierschutzorganisation. Neben Indien gibt es Schwester-Organisationen in Deutschland, den USA, Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden, Australien und Hongkong.

Bereits in der Vergangenheit gingen einige Erfolge auf das Konto der Tierschützer: So dürfen in vielen Städten Indiens weder Elefanten zur Belustigung von Touristen eingesetzt werden noch sind sogenannte „Bettelelefanten“ erlaubt. Das sind Tiere, die an Kreuzungen und Straßen Touristen um Geld für Futter anbetteln.

Geplant ist die Übersiedlung in Elefantencamps

Die Elefanten die sich derzeit in Zoos und Zirkussen befinden sollen in naher Zukunft in Elefanten Camps des Forrest Departements übergesiedelt werden. Wer mehr über die PETA erfahren will, sollte sich mal auf der PETA- Homepage umsehen.

(Bildquelle: exfordy)

Mörder im Schafspelz

Mai 22

Die gemütlichen Dickhäuter können auch ganz anders- Elefantenangriffe auf Menschen, insbesondere ihre Pfleger, scheinen gang und gebe zu sein. Glaubt man jedenfalls dem verstorbenen Verhaltensbiologen und Zoodirektor Heini Hediger. Der hat gesagt „auf jeden im Zoo gehaltenen Elefantenbullen kommt ein toter Pfleger“. Von Genickbruch bis zur Erdrosselung haben die Riesen sämtliche hinterhältige Praktiken parat um ihre fürsorglichen „Betreuer“ um die Ecke zu bringen.

Nicht immer sind Elefanten so gutmütig

Nicht immer sind Elefanten so gutmütig

Unterschiedliches Vorgehen

Dabei gibt es durchaus regional bedingte Unterschiede in den Täterprofilen. Während afrikanische Elefanten eher dazu neigen ihre Opfer spontan zu attackieren, warten asiatische Tiere darauf diese allein abzupassen. Grausam kalkulierende Mörder, statt gutmütiger Dickhäuter?? Jeder dessen Kindheit von Benjamin Blümchen aus dem Neustädter Zoo begleitet wurde, wird das wohl kaum glauben können. Aber tatsächlich häufen sich aggressives Verhalten und Angriffe gerade in der letzten Zeit in europäischen Zoos. Jüngster Falle ereignete sich 2005 im Wiener Tierpark. Der 39-jährige Pfleger Gerd Kohl war mit dem noch nicht ausgewachsenen Jungtier Abu gerade bei der alltäglichen Morgenwäsche, als dieser ihn vollkommen unerwartet auf seine Stoßzähne aufspießte und an die Wand schleuderte. Kohl, der Abu seit seiner Geburt begleitet hatte, erlag wenig später seinen Verletzungen im Krankenhaus.

Gründe für die “Mordlust”

Warum solche tragischen Vorfälle passieren, scheint bisher noch unklar zu sein. Eine Erklärung ist die sogenannte „Musth“, von der geschlechtsreife Bullen ab ca. 8 Jahren betroffen sind. In dieser fast einmonatigen Phase, die meist im Winter auftritt, sind Bullen, bedingt durch einen Hormon-Schub, besonders schlecht gelaunt und neigen teilweise sogar zu regelrechten Amokläufen. Das Testosteron scheint also wieder mal schuld zu sein.

Elefant während der Musth

Elefant während der Musth

Allerdings zeigen auch immer mehr Elefantenkühe ähnliches Verhalten. Ganz unverständlich ist dies meiner Meinung nach nicht. Immerhin sind Elefanten Wildtiere, die normalerweise in weiten Steppen in absoluter Freiheit leben. In den Zoos werden die Tiere zwar meist gut behandelt, leben aber in keinster Weise in einem natürlichen Lebensraum und müssen sich in ihrem Bewegungsdrang auf ein minimales beschränken. Dass da ein gewisses Aggressionspotential gegenüber den kleinen Wesen, die sie in dieser Gefangenschaft halten, aufkommt finde ich irgendwie verständlich.

Vorbild Köln

Neuartige Projekte, wie beispielsweise das Gehege im Kölner Zoo setzen auf eine Distanz zwischen Mensch und Tier, das Prinzip des geschützten Kontakts. Viel Platz, ein eigener Tagesrhythmus und kompetente Pfleger, die aber größtenteils von den Riesen getrennt bleiben, scheinen die Grundsätze für ein funktionierendes Zusammenleben von Mensch und Tier zu sein.

Elefant und sein Pfleger- Solche Situationen werden im Kölner Zoo vermieden

Elefant und sein Pfleger- Solche Situationen werden im Kölner Zoo vermieden

(Bildquelle:  paraflyer justin, tambako (von oben nach unten))