Große Aufregung im Zoo der polnischen Stadt Posen. Nino, der zehn Jahre alte Elefantenbulle, der sein Quartier vorher im Zoo von Warschau hatte, fühlt sich angeblich von seinen männlichen Mitbewohnern angezogen. Zu dieser Ansicht ist jedenfalls Stadtrat Michal Grzes gekommen. Der eher konservativ orientierte Politiker tat nun öffentlich sein Entsetzen über das angeblich homosexuelle Verhalten des Elefantenbullen kund. Nun frage ich mich, wie kommt ein Mann, der bis dato noch nie als Experte für Sozialverhalten der grauen Dickhäuter aufgetreten ist und der einer Partei mit dem klangvollen Namen „Recht und Gerechtigkeit“ angehört, zu solch einer doch recht speziellen Einschätzung? Nino spiele fast ausschließlich mit seinen männlichen Artgenossen, weiblichen Tieren begegnet er sogar mit aggressivem Verhalten. So habe er schon einmal eine Elefantenkuh in einen Tümpel gestoßen.
Ein schwuler Elefant? Eher unwahrscheinlich..
Der Direktor des Warschauer Zoos, in dem Nino viele Jahre gelebt hat, hält das allerdings für schlichtweg Blödsinn. Nino sei nicht schwul, der junge Bulle lebe lediglich seine Pubertät aus. Klingt irgendwie einleuchtend, 14-jährige Jungs sieht man in den Schul-Pausen auch eher beim Kicken auf dem Rasen als seilchenspringend bei ihren Klassenkameradinnen. Und das Schwule aggressiv auf Frauen reagieren, ist wohl auch eher ein Vorurteil aus dem letzten Jahrhundert.
Ein bisschen kann man die Aufregung um Nino aber auch verstehen. Immerhin hat der Zoo fast 11 Millionen Euro in das moderne Elefantengehege investiert und Nino sollte eigentlich der Stammhalter einer ganzen Herde werde. Wäre er tatsächlich schwul, würde dieser Plan wohl ins Wasser fallen.

Kuscheln anstatt kämpfen?
Ein Hoch auf Nino
Einen Vorteil hat das ganze Trara jedenfalls. Die Schlangen vor dem Elefantengehege werden von Tag zu Tag länger. Denn natürlich möchte sich jeder selber ein Bild von dem angeblich andersorientierten Zoobewohner machen. Die Sympathien hat Nino dabei in jedem Fall auf seiner Seite. Ganz Posen steht in hinter seiner grauen Berühmtheit und so finden, aufgrund der Initiative verschiedener Künstler und Musiker, Anfang Mai diverse kulturelle Veranstaltungen statt, deren Einnahmen in einen Pflegefond für Nino fließen sollen.Meine Meinung: ob schwul oder nicht, in jedem Fall Daumen hoch für soviel Toleranz und Tierfreundlichkeit!
(Bildquelle: 12642732@N07 )