Große Nase, große Wirkung

November 9

Nun mal ein paar Neuigkeiten von den Namensvettern unserer Elefantenfreunde- den See-Elefanten. Die sind eigentlich gar keine Elefanten, sondern die größten Robben der Welt. Ihren Namen haben die ansonsten ebenfalls grauen Dicken ihrer großen rüsselartigen Nase zu verdanken. Das Prachtexemplar von Riechorgan kann bei den Männchen bis zum achten Lebensjahr wachsen und hängt dann mit den Nasenlöchern nach unten über das Maul herunter. Klingt nicht so attraktiv? Ganz meine Meinung- allerdings nicht die der See-Elefantinnen: Zur Paarungszeit schwillt der Rüssel der Männchen noch einmal an und wird zum Objekt der Begierde für die Frauenwelt.

Das ist allerdings nicht die einzige Besonderheit: Japanische Forscher haben nun herausgefunden, dass sich die See-Elefanten wahrscheinlich zum Schlafen auf dem Rücken drehen. Und da sie dann natürlich nicht mehr schwimmen können, sinken sie relativ leblos Richtung Meeresgrund. Allerdings tun sie das nicht in einer geraden Linie, sondern sie segeln, dank ihrer runden Körperform, wie ein welkes Blatt auf den Ozean-Boden zu. Dieses ausgetüftelte System ist für die Robben lebensnotwendig, da sie während ihrer langen Reise durch den Pazifik nicht die Möglichkeit haben an Land zu schwimmen.

Im Durchschnitt schafft so ein Koloss übrigens 370 Meter in 23 Minuten. Wer genaueres erfahren möchte kann die Ergebnisse des Forschungsteams in den „Biology Letters“ der Royal Society nachlesen.

(Bildquelle: mikebaird)

Mörder im Schafspelz

Mai 22

Die gemütlichen Dickhäuter können auch ganz anders- Elefantenangriffe auf Menschen, insbesondere ihre Pfleger, scheinen gang und gebe zu sein. Glaubt man jedenfalls dem verstorbenen Verhaltensbiologen und Zoodirektor Heini Hediger. Der hat gesagt „auf jeden im Zoo gehaltenen Elefantenbullen kommt ein toter Pfleger“. Von Genickbruch bis zur Erdrosselung haben die Riesen sämtliche hinterhältige Praktiken parat um ihre fürsorglichen „Betreuer“ um die Ecke zu bringen.

Nicht immer sind Elefanten so gutmütig

Nicht immer sind Elefanten so gutmütig

Unterschiedliches Vorgehen

Dabei gibt es durchaus regional bedingte Unterschiede in den Täterprofilen. Während afrikanische Elefanten eher dazu neigen ihre Opfer spontan zu attackieren, warten asiatische Tiere darauf diese allein abzupassen. Grausam kalkulierende Mörder, statt gutmütiger Dickhäuter?? Jeder dessen Kindheit von Benjamin Blümchen aus dem Neustädter Zoo begleitet wurde, wird das wohl kaum glauben können. Aber tatsächlich häufen sich aggressives Verhalten und Angriffe gerade in der letzten Zeit in europäischen Zoos. Jüngster Falle ereignete sich 2005 im Wiener Tierpark. Der 39-jährige Pfleger Gerd Kohl war mit dem noch nicht ausgewachsenen Jungtier Abu gerade bei der alltäglichen Morgenwäsche, als dieser ihn vollkommen unerwartet auf seine Stoßzähne aufspießte und an die Wand schleuderte. Kohl, der Abu seit seiner Geburt begleitet hatte, erlag wenig später seinen Verletzungen im Krankenhaus.

Gründe für die “Mordlust”

Warum solche tragischen Vorfälle passieren, scheint bisher noch unklar zu sein. Eine Erklärung ist die sogenannte „Musth“, von der geschlechtsreife Bullen ab ca. 8 Jahren betroffen sind. In dieser fast einmonatigen Phase, die meist im Winter auftritt, sind Bullen, bedingt durch einen Hormon-Schub, besonders schlecht gelaunt und neigen teilweise sogar zu regelrechten Amokläufen. Das Testosteron scheint also wieder mal schuld zu sein.

Elefant während der Musth

Elefant während der Musth

Allerdings zeigen auch immer mehr Elefantenkühe ähnliches Verhalten. Ganz unverständlich ist dies meiner Meinung nach nicht. Immerhin sind Elefanten Wildtiere, die normalerweise in weiten Steppen in absoluter Freiheit leben. In den Zoos werden die Tiere zwar meist gut behandelt, leben aber in keinster Weise in einem natürlichen Lebensraum und müssen sich in ihrem Bewegungsdrang auf ein minimales beschränken. Dass da ein gewisses Aggressionspotential gegenüber den kleinen Wesen, die sie in dieser Gefangenschaft halten, aufkommt finde ich irgendwie verständlich.

Vorbild Köln

Neuartige Projekte, wie beispielsweise das Gehege im Kölner Zoo setzen auf eine Distanz zwischen Mensch und Tier, das Prinzip des geschützten Kontakts. Viel Platz, ein eigener Tagesrhythmus und kompetente Pfleger, die aber größtenteils von den Riesen getrennt bleiben, scheinen die Grundsätze für ein funktionierendes Zusammenleben von Mensch und Tier zu sein.

Elefant und sein Pfleger- Solche Situationen werden im Kölner Zoo vermieden

Elefant und sein Pfleger- Solche Situationen werden im Kölner Zoo vermieden

(Bildquelle:  paraflyer justin, tambako (von oben nach unten))

Der Elefant- Ein Familientier

April 29

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Familie steht bei Elefanten an erster Stelle

Dass Elefanten äußerst intelligente Tiere sind, dürfte den meisten unter uns bekannt sein. Den Ausspruch „Pass bei dem bloß auf, der hat ein Gedächtnis wie ein Elefant“ hört man beispielsweise an der Universität, wenn es um alte, unbeliebte Professoren geht, immer wieder gerne. Solche Volksweisheiten sind allerdings nicht nur Klischees, die grauen Riesen sind uns Menschen in mancher Hinsicht tatsächlich gar nicht so unterlegen. So wissen die Tiere ganz genau wer zu ihrer Herde gehört und Gelerntes bleibt für immer in ihrem Gedächtnis verankert. Das kann Vor- und Nachteile im Umgang mit den gemütlichen Zeitgenossen haben. Hat man ihnen einmal Unrecht getan, ist es schwer einen Elefanten wieder für sich zu gewinnen, denn in der Tat sind die Dickhäuter auch noch sehr sensibel und nachtragend.

Starkes Sozialverhalten

Ihrer Intelligenz und ihrem Feingefühl verdanken sie außerdem ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Die meisten Tiere leben Zeit ihres Daseins in Familienverbänden zusammen und, jetzt aufgepasst, die Herdenführer sind immer Elefantenkühe- denn Elefantenverbände sind Matriarchate! Die Frauen einer Herde halten dabei fest zusammen. Neben der Mutter übernehmen gelegentlich auch die erwachsenen Tanten das Stillen der Jungtiere. Männliche Elefanten dürfen dem trauten Frauenverein lediglich in der Paarungszeit Gesellschaft leisten. Und auch hier sind die Armen nicht immer willkommen. Weibliche Elefanten sind äußerst anspruchsvoll und nicht selten kommt es vor, dass eine Elefantenkuh erst mehrere „Bewerber“ abweist, bevor sie sich für den Richtigen entscheidet. Derzeit für Aufregung sorgt der angeblich homosexuelle Elefant Nino im Posener Zoo in Polen.

(Bildquelle: jule_berlin)

Ist Elefant Nino wirklich homosexuell?

April 29

Große Aufregung im Zoo der polnischen Stadt Posen. Nino, der zehn Jahre alte Elefantenbulle, der sein Quartier vorher im Zoo von Warschau hatte, fühlt sich angeblich von seinen männlichen Mitbewohnern angezogen. Zu dieser Ansicht ist jedenfalls Stadtrat Michal Grzes gekommen. Der eher konservativ orientierte Politiker tat nun öffentlich sein Entsetzen über das angeblich homosexuelle Verhalten des Elefantenbullen kund. Nun frage ich mich, wie kommt ein Mann, der bis dato noch nie als Experte für Sozialverhalten der grauen Dickhäuter aufgetreten ist und der einer Partei mit dem klangvollen Namen „Recht und Gerechtigkeit“ angehört, zu solch einer doch recht speziellen Einschätzung? Nino spiele fast ausschließlich mit seinen männlichen Artgenossen, weiblichen Tieren begegnet er sogar mit aggressivem Verhalten. So habe er schon einmal eine Elefantenkuh in einen Tümpel gestoßen.

Ein schwuler Elefant? Eher unwahrscheinlich..

Der Direktor des Warschauer Zoos, in dem Nino viele Jahre gelebt hat, hält das allerdings für schlichtweg Blödsinn. Nino sei nicht schwul, der junge Bulle lebe lediglich seine Pubertät aus. Klingt irgendwie einleuchtend, 14-jährige Jungs sieht man in den Schul-Pausen auch eher beim Kicken auf dem Rasen als seilchenspringend bei ihren Klassenkameradinnen. Und das Schwule aggressiv auf Frauen reagieren, ist wohl auch eher ein Vorurteil aus dem letzten Jahrhundert.

Ein bisschen kann man die Aufregung um Nino aber auch verstehen. Immerhin hat der Zoo fast 11 Millionen Euro in das moderne Elefantengehege investiert und Nino sollte eigentlich der Stammhalter einer ganzen Herde werde. Wäre er tatsächlich schwul, würde dieser Plan wohl ins Wasser fallen.

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Kuscheln anstatt kämpfen?

Ein Hoch auf Nino

Einen Vorteil hat das ganze Trara jedenfalls. Die Schlangen vor dem Elefantengehege werden von Tag zu Tag länger. Denn natürlich möchte sich jeder selber ein Bild von dem angeblich andersorientierten Zoobewohner machen. Die Sympathien hat Nino dabei in jedem Fall auf seiner Seite. Ganz Posen steht in hinter seiner grauen Berühmtheit und so finden, aufgrund der Initiative verschiedener Künstler und Musiker, Anfang Mai diverse kulturelle Veranstaltungen statt, deren Einnahmen in einen Pflegefond für Nino fließen sollen.Meine Meinung: ob schwul oder nicht, in jedem Fall Daumen hoch für soviel Toleranz und Tierfreundlichkeit!

(Bildquelle: 12642732@N07 )